Dies ist der zweite Teil (von 2 Teilen) des Berichts über meine Allgemeine Grundausbildung.
Zum ersten Teil gelangst du hier!
zeitlicher Ablauf
- Frühstück war bei uns um 8.00Uhr, wenn ich mich richtig erinnere, das hieß um 7.00Uhr wurden alle aus ihren Betten geschmissen, vom UvD oder den GvDs (Gefreiter vom Dienst, ab der 2. Woche ca. wird dieser “Job” von den neuen Rekruten durchgeführt).
Dann hieß es sich in völlig überfüllte Badezimmer zu quälen, zu duschen und was man sonst noch für nötig oder nicht nötig hielt. Manche Kameraden haben ihren Wecker schon auf 6.45Uhr gestellt um nicht in der Dusche und im Badezimmer so einen Andrang zu haben, wo man dann meist echt anstehen musste.
Die Duschen sind übrigens bei der gesamten Bundeswehr Gemeinschaftsduschen (zumindest bei den Mannschaftsdienstgraden, denen man während der gesamten Grundausbildung angehört, wenn man nicht schon eine abgeschlossene Ausbildung hat, die angerechnet wird und man sich verpflichtet), das heißt ein ca. 3m mal 4m großer Raum mit 6 Duschmöglichkeiten (das kann natürlich auch variieren).
Das antreten zum Frühstück lief bei uns erst zugweise in dem jeweiligen Gang des Zuges ab, dann wurden alle rausgerufen, vor die Kompanie, wo der UvD ein paar Ankündigungen machte, u.a. welcher Zug als erstes zum essen darf, was immer viele Diskussionen ausgelöst hat, da der erste Zug natürlich a) mehr Zeit zum essen hat und b) Essen bekommt, das bei den anderen dann schon vergriffen ist (Nutella, Kakao etc.). Außerdem wurde hier die Post verteilt.
Die Essensqualität war nicht gut, aber man konnte den Hunger stillen, doch dazu evtl. später an anderer Stelle mehr.
- Um 8.45Uhr gab es dann vor den Stuben ein Gruppenantreten, wo der Gruppenführer/ stellv. Gruppenführer die Gruppe begrüßt hat, der Dienstplan und Tagesablauf wurde geschildert, Fragen können gestellt werden, die Anzugs- und Rasurkontrolle findet statt.
- Irgendwann um Mittag rum gibt es dann eine einstündige (oder 45min?) Mittagspause.
- Dienstschluss gab es um 16Uhr, normalerweise. Normalerweise heißt wenn alles gut gelaufen ist und sich kein Vorgesetzter über irgendetwas geärgert hat, was aber ziemlich häufig vorkommt
- Zapfenstreich um 23.00Uhr (um diese Uhrzeit müssen alle in ihren Betten liegen, es darf kein Licht mehr brennen und man soll schlafen. Wirklich zu überprüfen ist das natürlich nicht, so dass man mp3-Player z.B. ohne weiteres noch hören kann und auch lesen geht u.U.)
Einer auf jeder Stube musste bei uns noch im Sportanzug die Abmeldung durchführen (“Flieger XY, Herr Oberfeldwebel [je nach Dienstgrad des UvDs (Unteroffizier vom Dienst, der Vorgesetzte, der auch über Nacht dableibt)] ich melde ihnen die Stube 304 mit 6 Soldaten belegt, 5Soldaten in ihren Betten. Die Stube ist gelüftet, gereinigt und zur Abnahme bereit”). Dann wenn die Stube sauber war, keine Zeitungen vom Vortag mehr auf dem Aktenbock lagen (“wer will die denn noch lesen?”) konnte sich auch der letzte Soldat schlafenlegen. Ansonsten musste er noch den Müll beseitigen.
Einkleidung
Dort gab es dann die Ausrüstungsgegenstände, auf die man schon seit dem ersten Tag gewartet hatte:
- die “richtige” grüne Flecktarn-Uniform, bis dahin waren wir immer in dem blauen Sportanzug (“Schlumpftarn”
- den Gefechtshelm
- Schlafsack
- Regenausrüstung
- Kampfstiefel, Hallenschuhe und Outdoorschuhe (die Schuhe darf man am Ende der Bundeswehrzeit alle behalten, den Rest nicht!)
- Handschuhe
- Dienstanzug (für besondere Anlässe, mindestens das Gelöbnis)
- nicht zu vergessen: die “Badepantinen” und einiger weiterer Krimskrams, von dem aber alles an der ein oder anderen Stelle genutzt wurde
Ein paar Sachen, u.a. Zelt, Klappspaten lagen schon von Anfang an in unseren Spinden, man sollte darauf achten, dass auch all das da ist, wofür man unterschreibt!
Das erste mal, dass wir ein Gewehr (G36) in unseren Händen gehalten haben war gegen Ende der 2. Woche, aber man bekommt es in der AGA so oft zu sehen, dass es am Ende schon lästig wird.
ACHTUNG: bis zu diesem Zeitpunkt ist es noch möglich zu verweigern, auch wenn ihr den Dienstantritt schon hinter euch habt. Sobald ihr die erste Ausbildung mit dem Gewehr hinter euch habt ist es bedeutend schwieriger da zu argumentieren, das sollte man bedenken.
Bei der Luftwaffe sind normalerweise (wenn man nicht in der LwSichStff S landet, wie es bei mir der Fall war) das G36 und die Pistole P8 die einzigen Waffen, mit denen man während dem Wehrdienst schießt. Beim Heer kommt noch das MG3 (bzw. wird jetzt auf ein anderes, leichteres MG umgestellt) hinzu.
Heimschläfer kann man während der allgemeinen Grundausbildung nicht werden, es wäre wohl auch sehr anstrengend. Was man in der Zeit zwischen Dienstschluss und Zapfenstreich macht ist freigestellt (bzw. mussten wir um 22Uhr wieder zurück in der Kaserne/ Kompanie sein.
Von meiner Kompanie konnten alle Soldaten am ersten Wochenende nach Hause fahren, die Kompanie eines Freundes von mir, der beim Heer war, musste geschlossen in der Kaserne bleiben. Hierzu kann man also keine sicheren Aussagen treffen. Wer am 2. Wochenende GvD-Dienst hat muss unter Umständen also die ersten beiden Wochenenden in der Kaserne bleiben – Arschkarte
Für die Anreise bekommt man ein Zugticket gestellt, so dass dadurch keine Kosten entstehen. Außer bei der An- und Abschleusung werden Autofahrten NICHT bezahlt!
Mir hat jemand gesagt, dass man im KWEA (Kreiswehrersatzamt) bevor man den Einberufungsbescheid erhalten hat beantragen kann anstatt der Bahnkarte die Autokosten ersetzt zu bekommen. Ob es stimmt weiß ich nicht => nachfragen!
Das war es auch schon, vom Ablauf der AGA in den ersten paar Tagen und etwas darüber hinaus. Sollten noch Fragen auftreten beantworte ich die gerne, nach Möglichkeit.
Auf der Seite Aga-macht-Gaga.de hat ein Bekannter von mir noch mehr nützliche Informationen bereitgestellt.
Wenn ihr mehr über den Wehrdienst erfahren wollt, dann schaut auf seiner Seite vorbei!
Related posts: